Selbstgemachte Campingausrüstung
Selbstgemachte Campingausrüstung ist nicht nur eine kreative Möglichkeit, Geld zu sparen, sondern kann auch das Camping-Erlebnis bereichern. Vom minimalistischen Zelt bis hin zu praktischen Küchenutensilien gibt es unzählige Möglichkeiten, DIY-Ausrüstung herzustellen, die funktional, persönlich und oft auch umweltfreundlicher ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Selbstgemachte Campingausrüstung: DIY-Zelte und Unterstände
- 2 Selbstgemachte Campingausrüstung: Kochutensilien
- 3 Selbstgemachte Campingausrüstung: Beleuchtung und Feuerstellen
- 4 Selbstgemachte Campingausrüstung: Rucksäcke und Tragevorrichtungen
- 5 Selbstgemachte Campingausrüstung: Nachhaltigkeit und Sicherheit
- 6 Fazit
Selbstgemachte Campingausrüstung: DIY-Zelte und Unterstände
Benötigtes Material:
- 1x Tarp (ca. 2,5 × 3 m, wasserdicht)
- 2 stabile Stöcke (je ca. 1,5 m) oder Trekkingstöcke
- 4–6 Heringe oder Holzzweige als Ersatz
- 4–6 Seile (je ca. 1–2 m)
- Paracord oder reißfeste Schnur
- Bodenplane oder Isomatte (optional)
Aufbauanleitung:
1. Standort wählen
Suche eine ebene, windgeschützte Fläche – möglichst trocken, ohne spitze Steine oder Wurzeln.
2. Tarp auslegen
Breite das Tarp am Boden aus und überprüfe die Schlaufen und Ösen.
3. Zeltform festlegen
Für Einsteiger eignet sich die „A-Frame“-Form:
- Spanne eine Schnur zwischen zwei Bäumen oder Stöcken in Hüfthöhe.
- Lege das Tarp mittig über die Schnur – wie ein Dach.
4. Ecken abspannen
Spanne die vier Ecken des Tarps mit Seilen in Richtung Boden und befestige sie mit Heringen oder angespitzten Zweigen.
5. Stabilisieren
Ziehe alle Leinen nach, sodass das Tarp straff sitzt – achte auf ein leichtes Gefälle zur Seite, damit Regenwasser abläuft.
6. Optionaler Schutz
Lege eine Bodenplane oder Isomatte unter den Unterstand, um vor Feuchtigkeit und Kälte zu schützen.
Tipp:
Verwende reflektierende Schnüre oder kleine Leuchtmarker an den Abspannungen – so stolperst du nachts nicht.
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Selbstgemachte Campingausrüstung: Kochutensilien
Selbstgemachte Campingkocher oder Kochutensilien können aus Dosen, Altmetall oder sogar aus einfachen Lebensmittelverpackungen hergestellt werden. Ein einfacher Hobo-Kocher, der aus einer Konservendose gebaut wird, ist effektiv und leicht zu fertigen. Auch Löffel oder Schalen aus Holz oder geschnitzten Materialien sind persönliche und umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichem Plastikgeschirr.
Projekt: Improvisierter Kochlöffel aus Holz
Benötigte Materialien:
- Ein stabiler, trockener Ast (ca. 2–3 cm Durchmesser)
- Schnitzmesser oder Multitool
- Sandpapier oder ein rauer Stein
- Optional: Pflanzenöl oder Bienenwachs zur Versiegelung
Anleitung:
- Geeigneten Ast auswählen:
Suche dir einen trockenen, aber festen Ast (z. B. von Buche, Hasel oder Ahorn). Er sollte frei von Rissen und Harz sein. - Rinde entfernen:
Entferne mit dem Messer vorsichtig die Rinde – dabei immer vom Körper weg schnitzen! - Griff und Laffe formen:
Schnitze ein Ende zu einem leicht abgeflachten Griff. Am anderen Ende schnitzt du eine ovale Vertiefung – das ist die Laffe (die Löffelschale). Nutze dafür den Messeransatz oder – wenn vorhanden – eine Schnitzklinge. - Feinarbeit:
Glätte den Löffel mit Sandpapier oder einem glatten Stein. Achte auf abgerundete Kanten, damit beim Kochen keine Splitter entstehen. - Versiegelung (optional):
Reibe den Löffel mit etwas Pflanzenöl oder Bienenwachs ein. Das schützt vor Feuchtigkeit und verlängert die Haltbarkeit.
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Weitere einfache DIY-Kochutensilien:
1. Kochständer aus Holz
- Sammle 3 gleich lange Äste (je ca. 80 cm) und binde sie oben mit Paracord oder Draht zu einem Dreibein.
- Hänge einen Haken oder eine Schnur in die Mitte – dort kannst du einen Topf oder eine Konservendose befestigen.
2. Gabel aus Astgabelung
- Suche eine Y-förmige Astgabel (ca. 15–20 cm).
- Spalte die Gabelenden mit dem Messer in zwei Spitzen.
- Feile oder schleife sie an, sodass sie als Gabelzinken dienen können.
3. Kochtopf aus Konservendose
- Reinige eine große Konservendose gründlich.
- Bohre mit Hammer und Nagel zwei gegenüberliegende Löcher nahe dem oberen Rand.
- Befestige einen Draht als Henkel – fertig ist dein Outdoor-Topf fürs Lagerfeuer!
Selbstgemachte Campingausrüstung: Beleuchtung und Feuerstellen
Laternen aus Konservendosen oder selbstgemachte Kerzen in ausgehöhlten Früchten sind nicht nur umweltfreundlich, sondern verleihen dem Campingplatz auch eine gemütliche Atmosphäre. Feuerstellen können aus Steinen und Erde errichtet werden, um sicher und effektiv Feuer zu machen. Achte jedoch stets auf örtliche Regelungen und Vorschriften bezüglich offener Feuer.
Projekt 1: DIY-Outdoor-Kerzenlampe (aus Konservendose)
Benötigte Materialien:
- Leere, saubere Konservendose (ohne Etikett)
- Teelicht oder Kerzenreste
- Draht oder Metallbügel
- Nagel + Hammer oder Multitool
- Zange
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Dose vorbereiten:
Entferne das Etikett und wasche die Dose gründlich aus. - Lichtlöcher bohren:
Mit einem Nagel (und Hammer) oder Multitool kleine Muster in die Dose schlagen (z. B. Sterne, Punkte). So entsteht ein schöner Lichtschein. - Henkel montieren:
Bohre zwei gegenüberliegende Löcher am oberen Rand und befestige einen Drahtbügel als Aufhängung. - Teelicht einsetzen:
Stelle ein Teelicht in die Dose – oder schmelze Kerzenreste und gieße sie hinein, Docht nicht vergessen. - Lampe aufhängen oder aufstellen:
Die Dose wird durch die Löcher belüftet und spendet stimmungsvolles Licht – perfekt fürs Vorzelt oder Lagerplatz.
Projekt 2: Sichere Feuerstelle aus Naturmaterialien
Benötigte Materialien:
- Steine (mind. 10–15 cm Durchmesser)
- Trockenes Holz (verschiedene Größen)
- Anzünder: z. B. Birkenrinde, Watte + Vaseline, trockenes Gras
- Schaufel oder Stock zum Graben
Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Geeigneten Standort wählen:
Wähle einen ebenen, windgeschützten Platz, mindestens 3 m entfernt von Zelten, Büschen oder Bäumen. - Boden vorbereiten:
Hebe eine flache Grube aus (ca. 10 cm tief, 50–60 cm Durchmesser), um Hitze zu kontrollieren. - Steinkreis legen:
Umrande die Grube mit Steinen – das hält die Glut zusammen und schützt vor Funkenflug. - Feuer vorbereiten:
Baue ein kleines Tipi aus Anzündmaterial (z. B. Birkenrinde) und dünnem Holz. - Langsam aufbauen:
Sobald die Flamme stabil ist, nach und nach dickeres Holz auflegen. Vermeide Plastik oder feuchtes Material! - Löschen nicht vergessen:
Vor dem Schlafen das Feuer mit Wasser löschen und die Glut verteilen. Niemals unbeaufsichtigt brennen lassen!
Extra-Tipp:
Du kannst zusätzlich aus einer leeren PET-Flasche und einer Stirnlampe eine improvisierte Laterne bauen:
- Stirnlampe um die Flasche legen → Flasche streut das Licht wunderbar weich!
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Selbstgemachte Campingausrüstung: Rucksäcke und Tragevorrichtungen
Selbstgemachte Rucksäcke oder Tragevorrichtungen können aus robusten Stoffen und Gurten hergestellt werden. Mit etwas Geschick und Kreativität lässt sich ein funktionaler Rucksack entwerfen, der auf die persönlichen Bedürfnisse und den individuellen Körperbau zugeschnitten ist.
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Selbstgemachte Campingausrüstung Projekt 1: Improvisierter Rucksack aus Plane oder Stofftuch
Benötigte Materialien:
- Robuste Plane, Jutesack, altes Tarp oder festes Stofftuch (ca. 1×1 m)
- Seile, Paracord oder feste Schnur (ca. 3–4 m)
- Schere oder Messer
Anleitung:
- Tuch vorbereiten:
Breite das Tuch/Material flach aus und lege die Ausrüstungsgegenstände in die Mitte. - Einschlagen und Rollen:
Falte die Seiten ein, schlage den unteren Teil über den Inhalt und rolle es von unten nach oben auf. - Verschnüren:
Wickel die Schnur oder Paracord kreuzweise um das Bündel – fixiere es fest, aber nicht zu stramm. - Trageschlaufen formen:
Lasse am Ende zwei gleich lange Seilenden übrig und knote daraus Schultergurte. Alternativ: Schlaufen binden und wie einen Turnbeutel tragen. - Tragetest:
Probiere deinen DIY-Rucksack an. Justiere die Seile für besseren Sitz – je gleichmäßiger verteilt, desto bequemer.
Projekt 2: Tragegestell aus Ästen (Bushcraft-Frame)
Benötigte Materialien:
- 3–4 stabile Äste (je ca. 80–100 cm)
- Paracord, Rinde oder Kabelbinder
- Plane, Rucksackinhalt oder Tarp
Anleitung:
- Rahmen bauen:
Binde zwei Äste parallel zusammen (ca. Schulterbreite), fixiere sie oben und unten mit Querstreben. - Verstärkung:
Wickel die Verbindungspunkte mehrfach mit Paracord ein – so entsteht ein stabiles Tragegestell. - Befestigungspunkt für Gepäck:
Knüpfe Querstreben oder Netzteile (z. B. aus Schnur) in den Rahmen, um dein Gepäck daran zu fixieren. - Tragegurte montieren:
Befestige zwei Seilschlaufen als Schulterriemen (z. B. durch die obere Querstrebe und unten durch ein Loch oder Knotenpunkt führen). - Gepäck befestigen:
Nutze Seil oder Spanngurt, um deine Plane, Schlafsack oder Tarp am Rahmen zu sichern.
Bonus-Idee: Drybag-Tragevorrichtung
- Wenn du einen Drybag hast, kannst du mit zwei Seilen daraus einen Notfall-Rucksack bauen:
- Zwei Seile rechts und links durch die Ösen ziehen,
- Über Kreuz am Rücken befestigen → einfacher, wasserdichter „Beutelrucksack“.
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Selbstgemachte Campingausrüstung: Nachhaltigkeit und Sicherheit
Beim Bau von DIY-Campingausrüstung ist es wichtig, auf die Qualität der Materialien und die Sicherheit zu achten. Verwende geeignete Werkzeuge und Materialien, die den Anforderungen des Campings standhalten. Achte darauf, dass die Ausrüstung sicher ist, insbesondere wenn es um Feuerstellen oder Kochgeräte geht, um Risiken zu minimieren.
TEIL 1: NACHHALTIGKEIT – So campst du umweltfreundlich
1. Wiederverwenden statt wegwerfen
- Verwende alte Stoffe (z. B. Zeltplanen, Kleidung, Rucksäcke) zur Herstellung neuer Ausrüstung.
- Repariere statt zu ersetzen: Nadel, Flicken, Gaffer-Tape mitnehmen!
2. Nachhaltige Materialien nutzen
- Nutze Bambus, Holz, Jute, recyceltes Polyester oder Leinen für DIY-Ausrüstung.
- Verzichte auf billige Plastikprodukte – setze auf Langlebigkeit!
3. Abfall vermeiden
- Verwende wiederbefüllbare Flaschen, Lunchboxen & Besteck.
- Plane Essen so, dass kein Müll zurückbleibt.
- Kompostierbare Tüten für Bioabfall mitnehmen.
4. Leave No Trace – Grundregeln
- Alles mitnehmen, was du mitgebracht hast – auch organische Reste.
- Keine Pflanzen beschädigen, keine Tiere füttern.
- Feuer nur an sicheren und erlaubten Stellen entfachen.
TEIL 2: SICHERHEIT – Für dich und andere unterwegs
1. Planung ist alles
- Informiere dich über Wetter, Gelände & mögliche Gefahrenquellen.
- Kartenmaterial (offline!) & Kompass dabeihaben – Komoot alleine reicht nicht immer.
2. Erste-Hilfe-Set selbst zusammenstellen
- Pflaster, Verbandszeug, Zeckenzange, Blasenpflaster
- Schmerzmittel, Desinfektion, persönliche Medikamente
- Notfallkarte mit Blutgruppe & Kontaktdaten
3. Sichere Beleuchtung
- Stirnlampe mit Ersatzbatterien
- DIY-Kerzenlaterne nur mit Schutz verwenden (z. B. Konservendose mit Luftlöchern)
4. Feuerstellen richtig nutzen
- Feuerstelle aus Steinen abgrenzen
- Immer Wasser/Erde zum Löschen bereithalten
- Niemals unbeaufsichtigt brennen lassen
5. Notruf & Signale
- Im Notfall: 112 (in ganz Europa)
- Pfeife oder Spiegel als akustisches/visuelles Signal mitnehmen
- Handy im Flugmodus mit voller Batterie aufbewahren
BONUS-TIPP: DIY-Notfallpaket bauen
- Kleines wasserfestes Etui (z. B. aus alter Brotdose)
- Inhalt: Zunder (Watte + Vaseline), Mini-Messer, Sicherheitsnadel, Mini-Feuerzeug, Paracord, Signalpfeife
Fazit
Selbstgemachte Campingausrüstung kann nicht nur eine Geldersparnis bedeuten, sondern auch eine persönliche Note und ein Gefühl der Zufriedenheit durch die Nutzung eigener Kreationen mit sich bringen. Es ermöglicht zudem eine stärkere Verbindung zur Natur und fördert die Kreativität. Dennoch sollte man stets auf Qualität, Funktionalität und Sicherheit achten, um ein angenehmes und sicheres Campingabenteuer zu gewährleisten.
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In diesem Sinne „Träumt nicht euer Abenteuer, lebt es!„