Darf ich das ? Campen im Wald

Darf ich das ? Campen im Wald

Wer von uns hatte noch nicht die Idee gehabt, einfach nach einer Wanderung einfach ein Zelt aufschlagen und alle Viere von sich zustecken. Ach wäre das schön, doch darf man da so einfach? Genau das versuche ich euch heute zu erklären.

Ja auch ich habe diesen Gedanken schon so oft gehabt. Einfach so nach einer Wanderung, Zelt raus, aufbauen und den Sonnenuntergang oder den Sternhimmel beobachten. Grad im Frühjahr wenn die Nächte wieder Länger und wärmer werden, oder im Sommer, ach wie schön diese Vorstellung doch ist. Doch kommt hier leider unser deutsches Rechtssystem uns in den Weg. Das besagt das es verboten ist einfach so in unseren Wäldern zu Campieren.

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Doch auch hier gibt es einige Grauzonen, ist es verboten mit einem Zelt zu schlafen, darfst du in einer Hängematte mit Schlafsack und oder Pur im Schlafsack im Wald dich zum schlafen hinlegen. Wenn du aber auf der sichern Seite fühlen möchtest, dann hole dir von deiner Gemeinde oder vom Waldbesitzer das offizielle „okay“ . Dann kann dir in jeden Fall nix passieren. Der Hintergrund warum wir in unseren heimischen Wäldern nicht so einfach schlafen dürfen, ist das die Wälder jemanden gehören. Wir dürfen sie zwar für Erholungszwecke nutzen, aber zum übernachten ist das nicht erwünscht. Genau ist das im Bundeswaldgesetz und im Landeswaldgesetz nach zu lesen. Unsere Wälder sind entweder im Privatbesitz, oder gehören den Kirchen, Kommunen und oder den einzeln Bundesländern. Deswegen können wir leider nicht so einfach Zelt aufbauen und es in unseren Augen gemütlich machen. Dafür gibt es Richtlinien des Bundeswaldgesetz, die von jedem Eigentümer kontrolliert werden. Wenn wir ertappt werden drohen uns einschlägige Bußgelder.

Jetzt fragst du dich bestimmt, wie das sein kann, wir dürfen unsere Wälder betreten auch abseits der offiziellen Wegen, aber schlafen nicht. Das kann ich dir erläutern.

Wenn jeder sein Zelt aufschlägt im Wald wo es ihm Grad gefällt, gefährdet er in diesem Moment den Lebensraum für unsere Flora und Fauna. Und unsere so wie so schon kaum noch sichere Tierwelt wäre noch mehr gefährdet.

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Und nun stell dir die frage, möchtest du auf deiner Wanderung eine Atmosphäre wie auf einem Campingplatz? Ich glaube nicht, ich möchte bei meinen Wanderungen Ruhe haben, und den Vögeln oder anderen Waldbewohnern zuhören. Und nicht dem Camper schimpfen hören, das die Heringe nicht in den Boden gehen. Und nur mal so nebenbei wäre es dann mit unseren Naturschutzgebieten dann vorbei, wenn wir überall unsere mobilen Wohnungen aufstellen würden. Guck dir doch die Wanderwege an, an den ganzen Rändern liegt überall schon Müll rum, der nicht mitgenommen bez, weggeräumt wird. Genau dieser Müll wird dann noch mehr, auch wenn du deinen eigenen produzierten Müll ordnungsgemäß mitnimmst und entsorgst. Machen das sehr viele leider nicht, und ich kann mir kaum vorstellen das der Waldbesitzer oder Pächter deine Hinterlassenschaften entfernen möchte. Auch fühlen sich unsere Waldbewohner bestimmt auch nicht so wohl, wenn sie vor uns nicht mal Nachts ihre wohl verdiente Ruhe zu haben. Dieses Verbot im Wald nicht zu schlafen ist also nur zum Eigenschutz des Waldes, und nicht um dich zu ärgern.

Wenn du dich trotz dieses Verbot im Wald niederlässt mit deinem Zelt, begehst du zwar keine Straftat aber du begehst eine Ordnungswidrigkeit. Das bedeutet jetzt aber nicht das du Straffrei davon kommst, wenn du erwischt wirst erwartet dich ein Bußgeld. Dieses Bußgelder gehen ganz schön tief ins Portemonnaie, je nachdem wo du dich zur Ruhe gelassen hast. Teuer wird es wenn du dich in Biotope, Biosphärenreservate, Naturdenkmäler, Nationalparks oder Naturschutzgebiete nieder lässt. Hier drohen dir je nach Bundesland und wo du campierst hast ein Bußgeld von 5€-5000€. Klar, wer ein einfaches Zelt am Wegesrand aufstellt wird weniger belangt , als jemand der sein Zelt mitten in ein Biotop samt Feuerstelle und umliegender Verwüstung der Natur auf gestellt hat. Zu der Ordnungswidrigkeit kommen dann noch weitere Straftaten hin zu wie Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch, und das kann mit einem Bußgeld bis zu 5000€ zu buche schlagen.

Jedem sollte es doch selbstverständlich sein, unseren Wald mit Wertschätzung und Respekt gegenüber zu stehen und ihn auch so zu behandeln. Wenn du dich beim Zelten vorsichtig und Ordentlich verhält und dich in den frühen Morgenstunden wieder vom Acker machst, kann es auch sein das der Jäger oder Pächter ein Auge zudrückt und dich mit einer Verwahrung ziehen lässt. Aber dich drauf verlassen solltest du dich nicht.

Nun lass den Kopf nicht hängen, mit diesen Möglichkeiten kommst du bestimmt doch noch zu deinem unvergesslichen Outdoor happy end.

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Mach es doch einfach offiziell, eine Email an die Stadt oder Gemeinde schreiben kostet dich nichts außer 5 min Zeit. Entweder bekommst du eine direkte Antwort oder du bekommst eine andere Adresse vom Pächter den du ganz unkompliziert schreiben oder anrufen kannst. Bekommst du eine Erlaubnis, so lass sie dir schriftlich geben, so das du sie vorzeigen kannst, falls du kontrolliert wirst.

Da unser Rechtssystem etwas kompliziert ist, frag dich doch einfach mal ob es nicht auch ohne Zelt schlafen lässt. Denn dann gibt es ein paar Grauzonen, die du nutzen kannst. Den es ist lediglich das campieren im Zelt verboten. Okay, beim Biwak gehen die Meinungen nun wieder etwas auseinander. Das Biwak ist ja kein richtiges Zelt, es wird ja meist nur als Wetterschutz genutzt, andere Naturliebhaber zählen es aber als Zelt. Da das Biwak auch Stangen im Aufbau hat, hier darf jeder selbst entscheiden wie er das sehen möchte.

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Meine persönliche Lieblingsvariante ist pur mit dem Schlafsack oder der Hängematte mit Schlafsack im Wald zu nächtigen. Mit diesen Varianten bist du auch auf der sicheren Seite, da diese nicht explizit aufgeführt sind in den Verordnungen.

Hier eine Notiz am Rande

Nutze die Nacht als Wanderzeit, also eine Nachtwanderung, schau dir an was so in der Nacht los ist. Wer so alles Aktiv ist, wenn du eigentlich an schlafen bist. Das kann dir dann auch noch mal eine andere Sichtweise auf unsere Wälder geben. Und plane dann deine Ruhezeit, also deine Schlafenszeit in die frühe, wenn grad die Sonne aufgeht. Such dir eine Waldlichtung, lege dir eine Picknick-decke aus drapiere etwas zu essen, leg dich mit einem Buch in der Hand hin und mach die Augen zu. Wenn dich jetzt jemand sieht, denkt der jenige du wärst ein Wanderer der bei seiner Brotzeit eingenickt ist. Und nicht bewusst jemand der im Wald schlafen wollte. Wirst du angesprochen, so entschuldige dich höflich, und räum alles wieder zusammen und wechsel den Ort.

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Was du auch nutzen kannst, wenn du naturnahe Nächte verbringen möchtest, dann nutze die so genannten Notunterstände grad bei schlechten Wetter, Schlafsack raus und rauf auf die Pritsche, geht auch für eine Nacht. Grade wenn du auf mehr tägiger Tour bist, kannst du bei einem örtlichen Bauernhof nach fragen ob du für kleines Entgelt eine Nacht auf dem Hof verbringen darfst. So eine Nacht mit Schlafsack im Stroh ist doch bestimmt eine einmalige schöne Erfahrung und ein neues Erlebnis.

Fazit:

Egal wie es ist, ich würde im Normalfall in meinem meinem Rosti schlafen, aber grade bei einer Mehrtägigen Tour wenn ich meinen Bulli nicht mit habe, würde ich mir halt vorher schon Gedanken machen, wo ich schlafen möchte oder wo es erlaubt ist. Alternativ habe ich ja immer noch meine Hängematte mit. Wo ich dann auch mal drin schlafen kann.

In diesem Sinne “Träumt nicht euer Abenteuer, lebt es!”

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