Leder selber Gerben

Leder selber Gerben

Heute mal was nützliches wie wird Leder selbst gegerbt. Ich versuche euch das hier einmal leicht zu erklären. Eine Gerbung ist mit unter der wichtigste Schritt bei der Lederherstellung und dient der Konservierung der Tierhäute. Und schützt vor der Zersetzung und hilft bei der weitern späteren Verwendung. Es gibt sehr zu beachten wenn man selber Gerben möchte, informiere dich ausreichend , bevor du damit anfängst.

Aber in jedem Fall solltest du dich an alle Sicherheits- und Entsorgungsvorschriften penibel halten. Auch ist klar das, dass Gerben zuhause zu dem Gerben in einer Gerberei kein Vergleich ist. Wenn man dicke Haut hat kann man die nur mit Hilfe einer Spaltmaschiene sauber aufspalten, Gerbfässer und Walktrommel sind bei der Handarbeit nicht leicht zu ersetzen.

Beschaffung der Tierhaut

Frag bei einem Örtlichen Jäger nach, meist wird die Haut nicht weiter verwendet, und wird dann entsorgt. Aber du kannst auch bei Wildzüchtern, Schlachthöfen oder bei deinem Metzger des Vertrauen nach fragen. Die Tierhäute sollten so wenig Schäden haben wie möglich. Manchmal kommt es vor das die Tiere falsch aufgeschnitten werden, und so haben sie dann zu viele Löcher für den Gerbprozess. Daher versuche vorher die Haut so gut wie möglich auf evtl. Schäden, Hautkrankheiten oder andere Schäden zu prüfen.

Da die Haut ein natürliches Produkt ist, kann es sein das die Haut Parasiten hat, hier einfach die Haut Kurz einfrieren. Danach sollten keine Unerwünschten Bewohner da mehr sein, und die Haut in einem verschlossenen Behälter transportieren. Die Häute sollten sehr frisch sein, so das der Verwesungsprozess noch nicht eingesetzt hat. Das konservieren von Häuten, besonders bei der Trockensalzkonservierung, kann man die Hautschäden nicht besonders gut sehen. Sie müssen noch dazu gut gespült werden, damit das Salz gut ausgewaschen wird.

Bei Fellen sollte man vorsichtig sein, weil hier das Haar ausfallen kann und dann unschöne kahle Stellen entstehen können. Des weiteren solltest du den Ort der Gerbung mit bedacht wählen, du musst viel Wasser zu Verfügung haben. Auch sollte der Ort überdacht und draußen sein. Den Gerben ist Nass und Schmutzig. Auch solltest du zum gerben nicht dein bestes Hemd anhaben, trage hier geeignete Kleidung (Schürze, Stiefel, Schutzbrille…), auch sollte es nicht zu warm oder zu kalt sein. Und um Krach mit der Frau oder mit den Nachbarn zu vermeiden, entsorge die Überreste vom Enthaaren und Entfleischen gleich, so verminderst du Gestank und lockst keine ungebeten Gäste an.

Salzkonservierung

Was in erster Linie bei der Salzkonservierung gemacht wird, ist der Tierhaut das Wasser zu entziehen. Für die Salzkonservierung kannst du Steinsalz oder Siedesalz nutzen, das ist für alle Salzkonservierungsmethoden geeignet. Aber nutze immer frisches Salz, den es kommen immer Mikroorganismen in dein verwendets Salz.

Und es gibt dir keine Garantie für ein fast Keimfreies konservieren. Das einsalzen ist eine Kühlung freie Methode um zu konservieren, sie muss daher sehr gewissenhaft gemacht werden. Ansonsten treten anstellen wo kein Salz ist, Fäulnis auf und die Haut wird an den Stellen Unbrauchbar. Achte also hier das deine gesamte Haut gut bedeckt ist mit dem Salz.

Verarbeite deine Rohhaut schnell, nicht das der Verwesungsprozess einsetzt. Leg deine Rohhaut mit dem Fell nach unten auf eine große Flache, das Brett sollte eine leichte Neigung haben. Damit das Wasser gut ablaufen kann. Die Fleischseite solltest du mit einer dicken Salzschicht bedecken, achte hier drauf alles zu bedecken. Das ganze solltest du ca. 2 Tage so aus wässern lassen. Nachdem du das alles gemacht hast, kannst du die Haut zusammen rollen und Kühl largen mehrere Monate.

Die Weiche und der Äscher

In der Gerberei werden die Rohhäute in der Weiche auf den nächsten Arbeitsschritt vorbereitet. Hierzu werden die Häute in kaltes Wasser aufgewalkt. So werden evtl. noch Verunreinigungen wie Schmutz oder Blut entfernt. In einer Gerberei wird für diesen schritt rotierende Fässer eingesetzt. Tierhäute werden in der Regel in einer Grube oder im Walkfass vor geweicht. Bei dem Prozess werden dem Wasser noch Chemikalien bei gesetzt um das weich machen zu beschleunigen. Frische Tierhäute zu erst sauber machen und abtropfen lassen. Wenn du deine Rohhaut eingesalzen hast, dann solltest du die gründlich auswaschen. Und auch wenn es sich komisch anhört, die getrockneten Häute nun wieder gründlich wässern. Das kann bis zu 24 Stunden dauern.

Achte drauf das die Haut überall Nass ist. Den die Haut muss für den nächsten Arbeitsschritt überall feucht sein. Beim Äschern brauchst du Trockenkalk und Lauwarmes Wasser. Den Trockenkalk vollständig auflösen, Alternativ kannst du auch Holzasche verwenden. Die Rohhaut kann nun zwischen 1 und 3 Wochen in diesem Wasserbad getaucht werden.

Wenn du das Haar erhalten möchtest dann solltest du die Rohe Tierhaut nicht länger als 60 Minuten in der Weiche lassen. Deine Tierhaut beschwere mit Steinen, die lassen sich leichter versenken und beim täglichen Umrühren leichter Hand zu haben. Achte hier auch auf deine Eigene Sicherheit, also kein Verzicht von Handschuhen, Schürze und Schutzbrille. Wenn die Haare sich leicht entfernen lassen, dann ist der Weichungsprozess zu ende und du kannst deine Haut herausnehmen und abtropfen lassen.

Entfleischen

Beim Entfleischen der Häute werden die Unterhaut, Bindegewebe und vielleicht noch vorhandene Fleischreste entfernt. In früheren Zeiten haben die Gerber, das mit Werkzeugen wie Scherdegen oder Gerberbaum gemacht. Inzwischen machen das rotierende Schabeeisen maschinell. Dieses Material wird Leimleder genannt. Hast du diesen Arbeitsteil beendet wird im nach gang noch lose Fetzen an den Rändern weg geschnitten, damit es im weiteren Verlauf nicht stört. das nennt man Kantieren.

Wenn du selber ein Tierhäuten möchtest, solltest du sehr Vorsichtig arbeiten, besonders wenn du die Haut von Kopf bis Fuß verwenden möchtest. Wenn du dir nicht sicher bist, lass dir von einem Fachmann helfen. Packe deine Rohhaut mit der Haarseite auf einen Baumstamm wo die Rinde weg ist. Die Oberfläche vom Stamm sollte Glatt sein und der Stamm sollte leicht schräg stehen. Nun kannst du mit einem Sogenannten Abtragmesser (Zieh-oder Schälmesser), die Fett und Fleischreste Abschaben. Dein Messer darf nicht zu scharf sein, den das Fleisch wird ja nur abgeschabt.

Auch solltest du sehr gründlich arbeiten, sonst gelingt die Gerbung nicht. Und du sollest auch vorsichtig sein im Bereich der Achseln und der Flanken, damit du keine Löcher beim abschaben machst. Du solltest von oben nach unten arbeiten. und auch immer den gleichen abstand haben. Das machst du so lange bis alle Flächen frei geschabt sind. Deine Haut sollte immer glatt und Faltenfrei sein. Auch sollte deine Haut immer nach gefeuchtet werden. Die Unterhaut wird auch mit entfernt, sollte das wegen der Haare schwer werden dann entferne erst die Haare und dann die Unterhaut.

Wenn du die Haut einweichst, lässt sie sich leichter enthaaren. Bei der Haarentfernung lässt sich auch ganz leicht die Narbenhaut mit entfernen. Die Arbeitsgeräte beim Enthaaren sind die gleichen wie beim Entfleischen. Wenn die Haare nicht entfernt werden sollen, dann kannst du es mit Shampoo so lange waschen bis es Sauber ist, gut ausspülen am Ende. Deine Reste kannst du dann so entsorgen wie es in den Entsorgungsvorschriften steht.

Beize und Pickel

Pickel und Beize dienen dazu die Fasern des Gewebes aufnahmefähiger zu machen. Bei der Beize werden Enzyme in die Haut eingearbeitet die, die Rohhaut geschmeidiger machen soll. Das Beizen bewirkt also genau das Gegenteil vom Konservieren. Je weicher du dein Leder haben möchtest, je länger wird die Beize durchgeführt. Bevor es Industriel geworden ist wurde für die Beize Vogelkot, Hundekot oder Weizenkleie verwendet.

Die Weizenkleine rührt man mit Zucker und etwas warmen Wasser an bis man einen Brei hat, dieser wird nun einige Tage warm gelagert. Nun wird die Haut mit dem Brei vollständig bedeckt und das ganze für 3-5 Tage bei 40° konstant gebadet. Das Bad ist beendet, wenn die Haut an der Oberfläche aufsteigt. Durch die Gase haben sich kleine Hohlräume gebildet die später den Gerbstoff aufnehmen sollen. Beim Picken stellt die Rohhaut auf einen hohen sauren PH-Wert ein, was besonders bei der Chromgerbung hilfreich gut ist. Du kannst deine Rohhaut für ca. 12 stunden in eine Mischung aus Alkoholessig und Wasser legen. Nach den 12 Stunden die haut herausnehmen und gut abtropfen lassen.

Alaugerbung

Bei der Alaugerbung oder auch Weißgerbung wird die Gerbung mit Aluminiumsalze genannt. Die Weißgerbung ist eine der ältesten Gerbverfahren und gehört zu der Gruppe der Mineralgerbung, und es ist ein Doppelsalz welches Natürlich vorkommt. Dieses Salz kann aber auch Künstlich hergestellt werden. Nach einer Gerbung mit Alaun sind die getrockneten Leder meist sehr steif und sehr fest. Um das Leder wieder weich zu machen, werden die Leder gefettet und gestollt.

Die Weißgerbung wurde bis auf ein paar Ausnahmen von der Chromgerbung verdrängt. Weiß gegerbtes Leder ist sehr wasserempfindlich, als Chrom gegerbtes Leder. Eine Alaugerbung wird heut zu Tage meist bei Lamm und Schaffellen gemacht. Bei der Alaugerbung kann die Mischung bis zu 4 mal verwendet werden. Eine Mischung besteht aus Wasser, Alaun oder Aluminiumsulfat und Speisesalz.

Wenn sich das Salz aufgelöst solltest du noch mal mal Wasser hinzukippen. Und warten bis dieses Lauwarm ist, dann kannst du es in einen Kunststoffbehälter umfüllen. Du kannst nun deine Tierhaut bis zu 20 Tage in dieser Large einlegen. Bei dünner Haut reichen 10 Tage, und bei dicker Haut bis zu 20 Tage. Du solltest deine Jauche jeden tag umrühren und deine Haut mit Steinen beschweren damit sie immer bedeckt ist von der Jauche. Nach dieser Zeit solltest du die Tierhaut mindestens 2 mal mit kalten Wasser abspülen und für mehre Tage abtropfen lassen.

Weitere Gerbverfahren

  • Mineralgerbung
  • Chromgerbung
  • Pflanzengerbung
  • Synthetische Gerbung
  • Fettgerbung
  • Trangerbung
  • Hirngerbung

Rückfettung und Lickern

Beim Einsatz von Fetten, Ölen und Wachsen in der Herstellung von Leder ist ein wichtiger Schritt. Die verschiedenen Öle werden bei der Produktion eingesetzt, um die bestimmten Produkteigenschaften zu erreichen. Aber auch bei der Pflege spielen Fette, Öle und Wachse eine sehr große rolle. Vor dem Gerben werden den Rohhäuten die Fette vom Tier selber entfernt, da die beim konservieren ranzig werden würde. Damit dein Leder weich und stabil wird, solltest du es Rückfetten. Schon bei den Anfängen des Gerben wurde das Leder mit Milch, Hirn, Eigelb oder Fischtran rückgefettet. Einen Einfluss auf den typischen Ledergeruch hat das rückfetten nicht.

Beim Lickern wird das Leder mit Wasserlöslichen Ölen rückgefettet, das wird meist bei der Lederkleidung gemacht. Die noch angefeuchtete Tierhaut wird mit der Narbensite nach Unten auf eine leicht geneigte Flache Holzplatte legen. Wenn du ein Fell hast dann leg die Haarseite nach unten. Nun trägst du dein Öl mit Hilfe eines Pinsels dünn auf. Wenn du deine Tierrohhaut zu dick einpinselst wird es klebrig. Jetzt kannst du das gefettete Leder einige Tage kühl lagern, damit das Öl schön einziehen kann. Und Überschüsse kannst mit einem leicht angefeuchteten Schwamm ganz vorsichtig von der Oberfläche abtupfen.

Weich machen

Für das Weich machen muss das Leder noch feucht sein. Bei dünnen Stellen trocknet es schneller also da besonders aufpassen. Wenn das Leder trocken ist, lässt es sich nicht Weich walken und strecken. Jetzt kannst du dein Leder über eine abgerundete Holzbrettkante hin und her ziehen. Das machst du so lange bis die fasern genügend gedehnt und gelockert sind. Aber nicht zu feste, nicht das dein Leder reist. Leichter geht es wenn ihr zu zweit seit und Leder gemeinsam durch walkt, durch knetet und dehnen tut. Zum weich machen kannst du auch verschiedene Methoden und Werkzeuge verwenden.

Du kannst dein Leder mit Schlaufen an den Enden über Wäscheleinen und dann gegenläufig ziehen. Aber auch mit einer halbmondartigen Sichel kannst du dein Leder weich machen. Diese Vorgänge ein paar Tage hintereinander Täglich wiederholen und dein Leder in einer Tüte lagern, damit es feucht bleibt. Wenn du das Gefühl hast dein Leder ist weich genug, dann kannst du diesen Schritt beenden. Und damit ist dein Leder fertig und du kannst es verwenden wozu du es gebrauchen kannst.

Fazit

Wie du siehst kann man Leder auch selber herstellen, man muss nur etwas Zeit einplanen und viel Geduld. Hier macht die Übung den Meister. Während der Herstellung, fällt dir bestimmt das ein oder andere auf was du noch verbessern kannst. Oder verändern kannst. All das was ich hier geschrieben habe sind keine Garantien das es auch funktioniert. Aber ich freue mich wenn ihr es ausprobiert.

In diesem Sinne „Träumt nicht euer Abenteuer, lebt es!“

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